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Christian Baldauf zum Neun-Euro-Ticket

"Auf den ersten Blick eine tolle Idee, aber ..."

Der Bundesrat hat für das Neun-Euro-Ticket gestimmt.

Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz, Christian Baldauf, äußert sich heute in Mainz dazu wie folgt:

„Auf den ersten Blick ist das Neun-Euro-Ticket eine tolle Idee. Freibier schmeckt immer. Nur ärgerlich, wenn man später doch bezahlen muss, weil die Defizite für Kommunen, Land und Bund ansteigen – genauso wie für die Verkehrsverbünde. Ab September fehlt dann noch mehr Geld für gute Angebote, die auch dauerhaft genutzt werden können. Genauso ärgerlich: Ein großer Teil kann das Geschenk gar nicht nutzen, weil in den ländlichen Regionen die Angebote fehlen. Wenn keine Bahn und kein Bus fährt, hilft auch das 9-Euro-Ticket nichts. Und nach drei Monaten ist für alle wieder alles vorbei.

Ich bin für dauerhafte Lösungen. Am Anfang muss der Bedarf ermittelt werden – gerade auf dem Land. Angebot und Nachfrage müssen aufeinander abgestellt werden. Es hilft niemandem, wenn nur zwei Busse am Tag fahren und nur einer im Bus sitzt – nämlich der Busfahrer. Stattdessen sollte man sich Gedanken machen über regional unterstützte Carsharing-Angebote oder Taxigutscheine für Seniorinnen und Senioren.

Die mit dieser Aktion verfolgten Ziele lassen sich kaum erreichen.

Eine echte Entlastung gibt es nicht, da der Staat nur vorfinanziert.

Berufspendler werden abgeschreckt, wenn im Sommer Urlaubsreisende im Nahverkehr die Plätze wegnehmen. Verkehrsexperten erwarten eine Überlastung von Bussen und Bahnen auf vielen Strecken. Mehrverkehr statt Umstieg, das dürfte nicht im Sinne des Klimaschutzes sein. Der Staat soll nicht bedarfsunabhängig Geld an alle ausschütten, sondern sich um diejenigen einkommensschwachen Haushalte kümmern, die durch die Kostensteigerungen in besonderer Weise betroffen sind.

Unerwähnt bleibt bis jetzt der enorme Verwaltungsaufwandfür Rückerstattungen der Schülertickets und der Jobtickets. Wer kommt eigentlich für diese Kosten auf? Und wo kommt das Personal dafür her? Eigentlich müssten sich die Verwaltungen des Landes und der Kommunen um die Lüftungsanlagen in den Schulen für den Herbst kümmern. Wenn nämlich das normale Lüften ausfallen muss, weil wegen der Knappheiten auf den Energiemärkten eingespart werden muss, steht schon heute in Frage, wie dann ein geordneter Unterricht stattfinden soll.

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