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Wir brauchen neue Staustufen mit Wasserkraftwerken am Rhein

Pressegespräch zur Rhein-Konferenz

„Handelsstrecke, Naherholungsstrom, Energiegewässer – der Rhein ist die zentrale Lebensader unseres Landes“, erklärt der Zukunftsfeldleiter für Klimaschutz und Landwirtschaft der CDU-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz, Gerd Schreiner, anknüpfend an die Rhein-Konferenz der umweltpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktionen aus Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

„Wir wollen den Rhein – in seiner vielfältigen Funktion – zukunftsfit machen. Rheintouristik, Wasserkraft, Binnenschifffahrt und Wasserversorgung – modern und nach vorne gerichtet haben wir diese Aspekte in unserer Rhein-Konferenz beraten und Ideen entwickelt. Der Sommer hat gezeigt, mit welchen Herausforderungen sich der längste Fluss Deutschlands aufgrund langanhaltender Hitze und ausbleibendem Regen konfrontiert sieht; mit welchen Herausforderungen wir auch zukünftig konfrontiert werden. Es muss sich etwas ändern.“

Gerd Schreiner konkretisiert: „Ich schlage Staustufen mit Wasserkraftwerken vor. Eine bspw. bei Wörth und eine bspw. bei Bingerbrück. Diese sollen vergleichbar der Anlagen am Hoch und Oberrhein arbeiten. Jede Stauregelung verbessert die Wasserstandsverhältnisse für die Schifffahrt und ermöglicht die Wasserkraftnutzung am Fluss. In Zeiten drohender Energiekrisen können wir es uns nicht erlauben, Wasser ungenutzt an Turbinen vorbeiströmen zu lassen. Jede Kilowattstunde, die produziert werden kann, zählt.“

Zitate aus den Panels der Rhein-Konferenz

Rheintouristik: Gerd Schreiner / RLP
„Der Rhein ist eine starke Marke. Nicht umsonst finden wir den Rhein als Namensgeber für Weinanbaugebiete wie Rheingau und Rheinhessen. Stichwort Rheingau und Rheinhessen – der Rhein ist keine Barriere, sondern unser gemeinsamer Tourismus-Magnet. Über 370.000 Gäste haben im Jahr 2019 den Rhein von Bingen nach Rüdesheim per Schiff überquert. Wir sehen es als unerlässlich an, den Tourismus auch länderübergreifend zu vernetzen und zu stärken. Hier wird beispielsweise die Mobilität im Nahverkehr eine große Rolle spielen. Der Rheingau macht es uns mit ÖPNV, Radwegekonzepten, E-Ladesäulen und Wassertaxis vor. Unser Rhein ist attraktiv für Tagestouristen, Urlauber und auch für alle, die hier leben – wir wollen Weinbau, Kultur und Natur am Rhein als gemeinsame Region in den Fokus rücken.“

Wasserkraft: Michael Ruhl / Hessen
„Zwischen Bodensee und Iffezheim fällt der Rhein um rund 280 Meter. An Hoch- und Oberrhein nutzen wir diese Gegebenheit seit über hundert Jahren, in 21 Staustufen mit Kraftwerken Energie aus Wasser zu erzeugen. Aber auch die Wasserkraft an unseren Wehren der kleineren Nebenflüsse liefern uns zuverlässig grundlastfähigen Strom – 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr. Für uns ist deshalb klar: Wenn wir die Energiewende wirklich voranbringen wollen, müssen wir Laufwasser- und Pumpspeicherkraftwerke am Rhein und seinen Nebenflüssen bauen. Wenn wir Gewässer steuern schützen wir zudem unsere Auwälder, sichern stabile Temperaturen in unseren Fließgewässern und schützen so die dort heimischen Tierarten.“

Binnenschifffahrt: Raimund Haser / BaWü
„Der Rhein ist Lebensader, Wasserstraße und klimaneutraler Verkehrsweg in einem. Mit klugen Konzepten, die Schiff, Bahn und LKW miteinander verknüpfen, können wir in unseren Bundesländern einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Klimaziele im Verkehr zu erreichen. Hierfür braucht es Genehmigungen für die technische Umrüstung, das Bekenntnis zu leistbaren Infrastrukturmaßnahmen sowohl im Fluss als auch in den Häfen sowie eine digitale Vernetzung mit den Rheinanliegern und Seehäfen jenseits der deutschen Grenze.“

Bewässerung: Dr. Ralf Nolten / NRW
„Trockene Sommer, langfristig weniger Schmelzwasser in den Alpen: In unseren gemäßigten Breiten ist trotzdem genügend Wasser vorhanden. Wir müssen die Regenfälle des Winters stärker für den Sommer in Talsperren oder in Zisternen speichern. Bei der landwirtschaftlichen Bewässerung geht es v. a. um Effizienz – Tröpfchenbewässerung statt Regenkanone im Gemüsebau. Aber auch um den Einsatz von Prozesswasser oder Grauwasser bei der Tiefenbewässerung für Kartoffel, Zuckerrüben oder Getreide. Einem gesetzlichen Vorrang der Trinkwasserversorgung müssen ein umfassendes Grundwassermonitoring, eine transparente Verteilung der Wasserrechte so-wie ein sparsamer Umgang über ein saniertes Leitungsnetz und ein umfassendes Verbundnetz zur Notwasserversorgung folgen. Zur Verfahrensbeschleunigung braucht es dabei eine Fachkräfteoffensive auf allen Genehmigungsebenen.“

Die nächste Rhein-Konferenz soll im Jahr 2023 in Nordrhein-Westfalen stattfinden.

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